Nachruf Willi Habrock

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geboren 30.7.1946
gestorben 2.4.2019

Und wieder mussten wir uns von einem langjährigen Weggefährten verabschieden. Was Willi in 38 Jahren Kreuzbundmitgliedschaft alles erlebt hat? Er kann es nicht mehr erzählen. Doch im Gedächtnis bleibt, dass er sich stets für ein abstinentes Leben eingesetzt hat.

Ganze 20 Jahre war er Gruppenleiter der Kreuzbundgruppe St. Ida in Gremmendorf. Obwohl diese Gruppe im Laufe der Jahre unter starkem Mitgliederschwund litt, hielt Willi – gemeinsam mit seiner Frau Melanie –  die Gruppe als Anlaufstelle für Betroffene und AngehörigeWoche für Woche offen.

Dafür und für seinen unermüdlichen und zuverlässigen Einsatz im Stadtverband Münster danken wir ihm von Herzen.

Und dann bleibt dein Platz plötzlich leer…

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Und dann bleibt dein Platz plötzlich leer...

Höhen und Tiefen liegen im Gruppenleben eng beieinander. Wer über Jahre oder gar Jahrzehnte jede Woche zusammensitzt und sein (Gefühls-)Leben und Denken teilt, knüpft Bande, die mit Worten schwer zu beschreiben sind.

Wenn ein langjähriges Gruppenmitglied eines Tages nicht mehr kommen kann, weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt oder das Alter seinen Tribut fordert, bleibt eine Lücke im Herzen der Gruppe. 

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Erich, seit über 29 Jahren trocken und Gruppenmitglied

Abschied und Gedenken an unseren Erich

Du warst durch und durch ein westfälisches Unikat und hast unsere Roxeler Gruppe geprägt, wie kein anderer. Und das meist völlig ohne Worte. Saßt wie ein Fels auf deinem Stuhl an der Heizung. Eine feste Sitzordnung gibt es in unserer Gruppe nicht. Jedenfalls solange sich keiner DEINEN Stuhl ausguckt. Dein Platz war jeden Montagabend bei uns. Seit unglaublichen 29 Jahren! Als Gruppenältester hast du viele Gesichter kommen und gehen sehen. Wer immer da war, warst du.

Ob im Pfarrheim oder im Botanischen Garten, große Worte waren nicht dein Ding. Wie oft beendeten wir die Gruppenstunde dennoch mit deinem Schlusswort. Die Antwort auf „Erich, hast du noch was?“ war stets dein trockenes und charmant-westfälisches „Neej.“, das die Gruppe mit einem herzlichen Lachen auseinandergehen ließ. Auch was „Cheorchinen“ (westf. für Dahlien) sind, wissen die meisten von uns nur dank dir. Mit Betonung auf dem westfälischen „chöttlichen G‘“ wohlgemerkt! So viel Zeit muss sein.

Die Grillabende in deinem wahrlich paradiesischen Garten, waren jedes Jahr wieder ein Highlight für uns. Für dich eine Selbstverständlichkeit. Danke dafür! Auch an deine wundervolle Familie.

Und dann bleibt dein Stuhl irgendwann doch leer. Und zwar nicht, weil du dich mit über 80 (!) beim Kohlenschippen verhoben hast (O-Ton: „Och dat war doch nur ´ne Tonne, in 2 Tagen häw ick datt im Keller.“). Sondern weil sich in deinem Körper etwas ausbreitet, gegen das sogar dein starker Wille nicht ankommen wird. Tapfer lässt du die Chemos und Bestrahlungen über dich ergehen. Kommst zwischen den Einheiten sogar noch zur Gruppenstunde und beeindruckst uns alle mit deiner ruhigen Selbstverständlichkeit. 

Doch der Krebs setzt dir weiter zu und dein Stuhl bleibt immer länger unbesetzt. Du liegst nun dauerhaft im Krankenhaus. Auf ein Wiedersehen in unserem Gruppenraum ist nicht mehr zu hoffen. Eine Ära geht zu Ende. 

Wir nennen uns jedoch nicht ohne Grund „WEGGEFÄHRTEN“. Wir begleiten einander durch Höhen und Tiefen. Durch abstinente und nasse Zeiten. Geben einander Halt und Verbundenheit. Auch bis zum Schluss. Also: Kann Erich nicht mehr zur Gruppe kommen – kommt die Gruppe halt zu ihm. Ins Krankenhaus. Montag für Montag findet sich eine kleine Gruppe der „Altgedienten“, die die Gruppenstunde kurzerhand an Erichs Krankenbett verlagert. Eine wundervolle Geste, die nicht nur mich sehr berührt hat. DAS ist Selbsthilfegruppe. DAS ist Kreuzbund. 

Auch beim Wechsel ins Hospiz bleiben wir an deiner Seite. Erleben dein Lachen und die Freude darüber, dass das Vogelhaus auf deinem Balkon die meisten Vögel anzieht, genauso wie die stillen Momente. Zusehends verlässt dich die Kraft. Unsere Gedanken verlassen dich nicht. 

Aus deiner Trockenheit hast du nie ein großes Ding gemacht. Eine klare Selbstverständlichkeit für dich. Sogar im Hospiz – wo dir keiner „ein Gläschen“ verwehrt hätte – schlägst du das Angebot eines Bieres zum Mittagessen aus. Schmunzelst noch als du in deiner Gruppenstunde davon berichtest.

Du hast dir deinen Geburtstag ausgesucht, um im Kreise deiner engsten Angehörigen loszulassen. Am 10. März 2019 hast du deine Augen zum letzten Mal geschlossen.

Wir danken dir von Herzen, dass wir Teil deines Lebens sein durften. Danke, dass du uns bis zum Schluss lebender Beweis für zufriedene Abstinenz warst. Dass du gezeigt hast, JA es ist möglich, über Jahrzehnte unserer unheilbaren Erkrankung die Stirn zu bieten. Du gibst auch über deinen Tod hinaus Hoffnung und Zuversicht auf ein suchtfreies Leben bis zum Schluss. Danke dafür. 

Du hast dein "nie wieder" wahr gemacht!

In liebevollem Gedenken, deine Weggefährten.

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Wir danken auch dem Hospiz Lebenshaus in Münster-Handorf. Dafür, dass Erich dort in Ruhe und respektvoll seine letzten Wochen verbringen durfte. Tolle Mitarbeiter, die mit ganzem Herzen für ihre Bewohner da sind und ihnen ihre verbliebene Zeit liebevoll und herzlich gestalten. 

Wir bitten daher um Spenden und Unterstüzung für die oft ehrenamtliche Arbeit des Hauses!

Autorenlesung mit Burkhard Thom

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Terminankündigung: Autorenlesung am 20.5.2019

Im Rahmen der Aktionswoche Alkohol veranstalten wir eine Lesung & anschließende Diskussionsrunde mit Burkhard Thom, Autor von „Alkohol – die Gefahr lauert überall“ Und „Alkohol Hilfeschrei“. Er selbst hat nach langjähriger Alkoholsucht den Sprung in ein abstinentes Leben geschafft und engagiert sich mit viel Kraft für die Suchthilfe.

Die Lesung ist kostenlos für alle Interessierten möglich. Anmeldung nicht erforderlich.

Termin: Montag, den 20. Mai 2019, ab 19 Uhr

Ort: Pfarrheim St. Pantaleon, Pantaleonplatz, Münster-Roxel (Saal im Erdgeschoss, barrierefrei)

Bücher des Autors:

*Hinweis: Dies sind Partnerlinks. Für dich ändert sich der Preis nicht!

Zum Autor:

Burkhard Thom, Jahrgang 1950, beendete seine berufliche Tätigkeit als Einkaufsleiter eines Versandhandelsunternehmens, in 2015. Zusammen mit seiner Frau meisterte er vor 25 Jahren einen „kalten Entzug“ und beobachtet seit diesem Zeitpunkt sein Umfeld und die Gefahren durch den Alkohol. Dabei steht nicht der Alkoholiker im Mittelpunkt, sondern das gesamte Umfeld. Familie, Kinder, Verwandte, Bekannte und Kollegen aus dem beruflichen Umfeld sind die Zielgruppe für diesen Ratgeber.In Deutschland gibt es rund 8 Millionen Co-Abhängige, die heute überwiegend ein Schattendasein führen.

Diese Veranstaltung wird unterstützt von:

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Das war die Rauhnacht 2018

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Nach der überwältigenden positiven Erfahrung des Vorjahres, haben wir auch 2018 wieder eine außerordentliche Gruppenstunde zwischen den Jahren angeboten. In dieser heiklen Zeit zwischen Feiertagen, Glühwein, sentimentalen Jahresrückblicken und familiären Spannungen ist es enorm wichtig, dass Betroffene und Angehörige einen Anlaufpunkt und Gesprächsmöglichkeiten unter Gleichgesinnten haben. Auch der ein oder andere Gruppenneuling findet bei diesem Termin den Weg in unsere Gemeinschaft.
So läd schließlich der Jahreswechsel dazu ein, seine alten Gewohnheiten und (Trink-)Muster zu überdenken und sich Neuem zu öffnen.

„Das war die Rauhnacht 2018“ weiterlesen

Frohe Weihnachten!

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Frohe Weihnachten, liebe Weggefährtinnen und Weggefährten!

Zum Ende eines jeden Jahres ist es Zeit für einen Jahresrückblick, die Medien sind voll davon. Für uns hat das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) getan. Dort wurde soeben die Auswertung der Umfrage unter den fünf wichtigsten Verbänden der Suchtselbsthilfe veröffentlicht.
 
Die gesamte Auswertung ist hier zu finden: Link zur Studie
 
Hier die wichtigsten Daten:
„In 2017 wurden durch die Gruppen der fünf Sucht- und Selbsthilfeverbände fast 70.000 Personen erreicht, das sind etwa 2.000 weniger als noch vor sieben Jahren.“
 
In unserem Stadtverband ist diese Entwicklung nicht zu beobachten, im Jahr 2010 hatten wir 62 Kreuzbundmitglieder und die haben wir auch im Jahr 2018. Zum Durchschnittsalter macht die Studie keine detaillierten Angaben, es ist ihr nur zu entnehmen, dass die größte Gruppe die 41- bis 60jährigen darstellen, sie machen 47 % der Mitglieder aus. Das Durchschnittsalter in den einzelnen Gruppen in Münster bewegt sich zwischen 56 und 65 Jahren, insgesamt liegt es
bei 61,5 Lebensjahren.
 
Besonders bemerkenswert ist aber die folgende Aussage: „Gemessen an der Anzahl der suchtkranken Gruppenmitglieder sind im Befragungszeitraum 2017 lediglich 13% rückfällig geworden. Und noch ermutigender ist, dass 77 % der rückfällig gewordenen Personen wieder zu einem stabilen abstinenten Leben zurückfinden konnten.“
 
Das sind doch Zahlen, die uns zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind! Erreicht werden solche Werte nur, oder zumindest leichter, durch den regelmäßigen Besuch einer Selbsthilfegruppe, durch die immer wiederkehrende Beschäftigung mit dem Thema Alkoholabhängigkeit. Und irgendwann stellt sich dann das Gefühl der „zufriedenen Trockenheit“ ein, dann kommt wieder die Lebensfreude auf, die uns in unserer nassen Zeit so sehr abhandengekommen war. Dann merken wir, dass abstinentes Leben nicht Verzicht bedeutet, sondern Gewinn, ein Gewinn an Lebensfreude. 

Deshalb wünsche ich allen Weggefährtinnen und Weggefährten zusammen mit ihren Angehörigen ein Weihnachtsfest in zufriedener Trockenheit und voller Lebensfreude!

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Dieter Babetzky, Stadtverbandsvorsitzender

P.S.: die nächste Gelegenheit, mal in unsere Gruppenarbeit zu schnuppern, ist am 27.12. in Roxel. Komm doch einfach vorbei! Oder besuche unsere Gruppenstunde im Neuen Jahr.

Einladung zum offenen Kennenlern-Abend am Kamin

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Da in diesem Jahr sowohl Heiligabend als auch Silvester auf einen Montag fallen und damit in den Münsteraner Gruppen 3 Wochen lang keine Gruppenstunden stattfänden, bieten wir einen offenen Gesprächsabend zwischen den Jahren.

Am 27. Dezember sind alle Kreuzbundmitglieder, Gruppenbesucher und Interessenten herzlich eingeladen, sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen. Denn wer die Zeit zwischen den Feiertagen ohne Alkohol überstehen möchte, hat es mitunter schwer: „Einladung zum offenen Kennenlern-Abend am Kamin“ weiterlesen

Selbsthilfe hat Stimme – Kreuzbund Münster im Radio

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Kreuzbund Münster im Radio

Die Sendereihe „Selbsthilfe hat Stimme“ ist auf Initiative der AOK entstanden und bot sechs Selbsthilfegruppen und -initiativen die Möglichkeit, im Programm von Antenne Münster von ihrer Arbeit zu berichten.

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Im Aufnahmestudio: Verena, Moderator Niklas Hoth, Dieter

Es war für uns eine sehr spannende Erfahrung, zu Gast im Radiostudio sein zu dürfen! Wir trafen auf reichlich Technik, Mikrofone und einen sehr interessierten und offenen Moderator. Niklas Hoth interviewte uns zur Arbeit des Kreuzbundes, zu Akoholsucht und Abhängigkeit und zur persönlichen Krankheitsgeschichte von Verena.

Herausgekommen ist ein 17minütiger Beitrag, der sich hören lassen kann.

Einfach auf das Icon klicken.

Ausgestrahlt am 14.11.2018

Ja, wir hätten noch stundenlang erzählen können...

Wer jetzt aber Lust gekriegt hat, uns kennenzulernen und mal persönlich über Sucht, Genesung und zufriedene Abstinenz zu sprechen, darf uns gerne eine Mail schreiben oder uns einfach mal in der Gruppe besuchen!

Alle weiteren Sendungen der Reihe „Selbsthilfe hat Stimme“ können auf der Seite von Antenne Münster nachgehört werden. Darunter die Gruppen: 

  • Bipolare Störung
  • Transmenschen
  • Stotterer
  • Rheuma
  • Selbsthilfe-Kontaktstelle Münster

Jubiläumsmagazin als digitaler Blätterkatalog

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Unser Jubiläumsmagazin jetzt auch digital

Das Magazin gibt einen informativen und unterhaltsamen Einblick in den Kreuzbund Münster:

  • Wer wir sind
  • Wie Selbsthilfe funktioniert
  • Hilfen für Angehörige
  • Mythen & Irrtümer über Alkohol
  • Wichtige Hilfsadressen in Münster
  • u.v.m.

Einfach auf das Bild klicken und du kannst unser Magazin ganz einfach online als digitalen Blätterkatalog lesen. 

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Den Ausreden einen Spiegel vorhalten

Abhängige sind unglaublich kreativ, was die Ausreden für ihr (Trink-)Verhalten angeht. Davon können Angehörige ein Lied singen.. Die konstruierten Rechtfertigungen sind dabei keineswegs böse gemeint, sondern sind ein Teil der KRANKHEIT Sucht. 

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