Betroffene

Jeder kann an (Alkohol-)Sucht erkranken.

Sucht – vor allem Alkoholsucht – ist eine Krankheit, die sich in allen Alters- und Gesellschaftsschichten findet und meist lange Zeit gar nicht auffällt.

Sucht kann JEDEN treffen. Dennoch ist das Eingeständnis, süchtig zu sein, ein Schritt, der erstmal riesige Überwindung kostet. Doch erst nach diesem ersten Schritt kann die Genesung beginnen.

In unseren Gruppen findest Du Betroffene, die die Krankheit mit all ihren Tiefen am eigenen Leib kennengelernt haben und von ihren individuellen (und oft sehr unterschiedlichen) Genesungswegen berichten – ganz offen und ungeschönt.

Diese Fülle an persönlichen Erfahrungen, die sich nicht nur auf die Bereiche Sucht und Abhängigkeit beschränkt, sondern auch häufige „Begleitkrankheiten“ wie Depression oder Ängste mit einschließt, kann Dir nicht nur wertvolle Tipps im Umgang mit der eigenen Erkrankung, sondern auch zu Therapiemöglichkeiten und weiteren Hilfsangeboten geben.

Und das Wichtigste: Ein Leben ohne Alkohol bedeutet keinerlei Verzicht, sondern hält ungeahnte Bereicherungen parat. Zufriedene Abstinenz ist möglich und dafür sind unsere Gruppenmitglieder der sichtbare Beweis.

Bin ich Alkoholiker*in??

Kenn-dein-Limit hat einen Selbsttest mit 15 Fragen entwickelt, der dir eine Orientierungshilfe geben kann, wenn dir dein Alkoholkonsum Sorgen macht.

Hilfreiche Antworten zum Thema Alkoholsucht

Ist es erstmal zum festen Ritual geworden, jeden Abend sein Feierabendbier oder einen „guten“ Wein zu trinken, am Wochenende ordentlich feucht-fröhlich zu feiern oder kennt man seine Stammkneipe schon besser als sein Wohnzimmer, dann wirkt der komplette Verzicht auf Alkohol fast schon unmöglich.

Steck dir ruhig erstmal kleine Ziele!

Es hilft keinem, wenn du dir komplette Abstinenz vornimmst, vom Kumpel / Chef o.ä. auf ein Bier eingeladen wirst, und danach alle Vorsätze wieder hinschmeißt.

Reduzier deine Trinkmenge Stück für Stück. Nimm dir z.B. alkoholfreie Tage / Wochen vor und steigere die Dauer. Sprich mit Leuten, die sich wirklich auskennen. In unseren Gruppen findest du Menschen, die sich mit der Gefährlichkeit von Alkohol, Alkoholsucht UND Abstinenz aus eigener Erfahrung bestens auskennen.

Komm doch mal in unsere Gruppe! Du musst dafür noch nicht 100% abstinent leben. Aber wenn dir dein Alkoholkonsum Sorgen macht, lass uns mal drüber reden.

Wir zeigen dir gerne, wie du danach den Schritt zu zufriedenen Abstinenz erreichen kannst.

Erstmal ein (lebens-)wichtiger Hinweis: NIEMALS darf ein Alkoholiker abrupt die Trinkmenge auf Null setzen! Kalter Entzug kann lebensgefährlich werden und mit epileptischen Krämpfen und Delierium („weiße-Mäuse-sehen“) enden. 

(Alkohol-)Entzug daher immer nur unter medizinischer Aufsicht! Keine Sorge, Mediziner haben Verschwiegenheitspflicht und gehen unvoreingenommen und professionell mit dem Thema Sucht um! Du kannst dich z.B. an deinen Hausarzt wenden. Oder du besuchst die Suchtambulanz der LWL Münster. Diese bietet auch offene Sprechstunden.

In Münster führen hauptsächlich die LWL Klinik (Friedrich-Wilhelm-Weber-Str. 30) und das UKM Entzüge durch. Ein Alkohol-Entzug dauert i.d.R. 8-12 Tage. Es gibt aber auch die Variante der „qualifizierten Entgiftung“, die über 21 Tage geht.

Zunächst wird der Patient umfassend medizinisch untersucht. Dazu gehören Blutuntersuchungen, Ultraschall der Leber, psychologische Anamnese und Arztgespräche. Während der Entgiftungszeit bekommt der Patient medikamentöse Unterstützung, die die Entzugssymptome (z.B. Zittern, Unruhe, Schlaflosigkeit, Saufdruck, Depressionen, etc.) abmildern.

Die Tage während der Entzugsbehandlung werden von einem kleinen Therapieplan / Stundenplan strukturiert. Darin findet der Patient unterschiedliche therapeutisch begleitete Einheiten wie Konzentrationstraining, Gruppengespräche, Bewegungstrainig, Entspannungsübungen, u.v.m. Häufig ist es bereits eine große Umstellung, wieder einen strukturierten „normalen“ Tagesablauf mit regelmäßigen Mahlzeiten und Aufgaben zu haben.

Es stehen dem Patienten außerdem Sozialarbeiter zur Verfügung, die z.B. zu familiären und finanziellen Problemen beraten können. In Zusammenarbeit mit dem Patienten wird auch die anschließende medizinische Behandlung, in stationärer Langzeittherapie oder ambulanter Weiterbehandlungeingeleitet. Die Beantragung bei den Krankenkassen/Rententrägern übernimmt die Klinik.