Frühstück und Ehrungen

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Wir laden alle Kreuzbundmitglieder, Gruppenbesucher und Angehörige zu einem gemeinsamen Frühstück ein. Bei dieser Gelegenheit werden wir Mitgliederehrungen vornehmen, neue Weggefährten offiziell im Kreuzbund begrüßen, über Veränderungen im Vorstand informieren und neue Veranstaltungen ankündigen.

Das Frühstück ist für Kreuzbundmitglieder und ihre Angehörigen kostenlos. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer, daher bitten wir um Anmeldung bis zum 1. November.

Depressionskongress 2019

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Volkskrankheit Depression – den Betroffenen eine Stimme geben

In unseren Selbsthilfegruppen bestätigt sich immer wieder, dass Suchterkrankungen und Depressionen oft Hand in Hand gehen. Alkohol verschlimmert vorhandene Depressionsneigungen und Depressionen lassen Betroffene mitunter verstärkt zu Alkohol greifen, um ihre Symptome vermeintlich zu lindern. Umso wichtiger, dass wir uns auch im Bereich Depressionserkrankungen weiterbilden und dieses Wissen in die Kreuzbundgruppen tragen. Verena hat daher wie bereits vor 2 Jahren, den Patientenkongress Depression besucht und berichtet von ihren Eindrücken:

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Dauerhafte Terminänderung Gruppenstunde Münster-Mitte

Wir freuen uns, ab sofort auch mittwochs eine Kreuzbund-Gruppenstunde anbieten zu können. Traditionell treffen sich die münsteraner Gruppen montags, doch die Gruppe Münster-Mitte (St. Antonius) hat beschlossen, zukünftig den Mittwoch zu nutzen und früher zu beginnen:

Mittwochs 18:00 - 20:00 Uhr

Gruppenleiter Hans-Jürgen Stein begründet dies u.a. mit der besseren Erreichbarkeit für alle, die den öffentlichem Nahverkehr nutzen. Und wem es hilft, mehrmals in der Woche Gesprächsangebote des Kreuzbundes zu haben, könne nun auch zwei Gruppen in der Woche besuchen.

Gruppe Münster-Mitte

Pfarrheim St. Antonius
Antonius-Kirchplatz 11
48151 Münster

0171-28 85 927

leitung@kreuzbund-muenster-mitte.de

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Hinweis: bitte rechte Tür benutzen.

Patenschaft im Botanischen Garten

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Alles Banane?

Kreuzbundgruppe Roxel übernimmt Patenschaft im Botanischen Garten

Die Aktion war ein voller Erfolg für Münsters Botanischen Garten. Seit Frühjahr 2019 konnten sich Pflanzenfreunde eine Patenschaft für eine Pflanze nach Wahl sichern und erhalten zum Dank ein Namensschild neben der Pflanze und eine Urkunde, die uns Kustos und Technischer Leiter des Botanischen Gartens Dr. Dennise Stefan Bauer persönlich überreichte.

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Ehemaligentreffen in Bad Essen

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Ein Wiedersehen, das Freude macht!

Es ist Tradition, dass die Paracelsus Wiehengebirgsklinik Bad Essen stets am Samstag nach Pfingsten ihr Ehemaligentreffen veranstaltet. In diesem Jahr wurde besonders groß gefeiert, denn die Klinik unterstützt seit nunmehr 40 Jahren Suchtkranke bei der Genesung.

In unserem Stadtverband gibt es ebenfalls einige frühere Patientinnen und Patienten der Klinik und so durften wir beim Fest wieder mit einem Infostand vertreten sein. 

Auch in diesem Jahr waren unsere Infomaterialien, das Magazin und die Postkarten wieder sehr begehrt. Es ergaben sich tolle Gespräche und ein reger Austausch mit aktuellen und ehemaligen Patienten. Und sogar andere Weggefährten (u.a. aus Berlin und Stadtlohn) lernten wir kennen! 

Programmhighlight: das Patientenforum

Fester Programmpunkt am Nachmittag ist das sog. Patientenforum. Ehemalige Patientinnen und Patienten dürfen mit eigenen individuellen Redebeiträgen oder Darbietungen auf die Bühne. 

Geschichten aus dem Leben der Ehemaligen treffen so auf offene Ohren der aktuellen Patient*innen, des Ärzte- und Pflegeteams und der anderen Gäste.

Jeder kann etwas von seiner Geschichte weitergeben! 

"Nutzt die Kraft der Selbsthilfe: Eine gute Gruppe stützt und beflügelt zugleich!!"

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Mir ist es wichtig, anderen Suchtkranken Mut zu machen und die Lust auf ein suchtfreies Leben zu wecken! Es scheint mir zu gelingen, denn so einige Zuhörer*innen zeigten sich gerührt und beeindruckt von meinem Redebeitrag.

Ich stellte bei dieser Gelegenheit auch mein anderes Herzensprojekt vor: Ein Blog, der sich speziell um suchtfreies Leben dreht. Wie geht das mit der „zufriedenen Abstinenz“?? Der Blog versucht dieser Frage eine Richtung zu geben.

Verena

Offen statt besoffen: Autorenlesung mit Burkhard Thom

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Offenheit ist sein Markenzeichen. Burkhard Thom macht weder bei Restaurantbesuchen, noch im privaten Umfeld oder in der digitalen Welt ein Geheimnis aus seiner Alkoholabhängigkeit. Dies sei ein wichtiger Bestandteil seiner Trockenheit, sagt er selbst. Und der Erfolg gibt ihm Recht, schließlich ist er im 27. Jahr schon abstinent!

Eine Lesung mit Inhalt(sstoffen)

Thom wird auch nicht müde, über versteckte Alkohole in Lebensmitteln aufzuklären. Dass in Weißwein-Sauerkraut Alkohol steckt, ist keine Überraschung. Dass jedoch auch in Fertigbackwaren, manchen Eissorten oder (allen!) Essigen Alkohol steckt, sollte nicht nur trockene Alkoholiker, sondern auch Eltern aufhorchen lassen.

„Wenn ich weiß, DASS Alkohol drin ist, nehme ich´s nicht zu mir! Egal, wie wenig enthalten ist.“ Burkhard Thom ist Verfechter der Null-Theorie. Selbst minimale Spuren von Alkohol in Lebensmitteln oder Medizin meidet er. 

Alkohol verkocht doch (nicht)!

Ein weiterer Irrglaube, mit dem Thom aufräumt. Sogar viele Köche halten stoisch an der Überzeugung fest, dass Alkohol in Suppen / Saucen doch verkoche. Nachweislich ist dies jedoch nicht der Fall, da sich Alkohol mit dem Fett in den Speisen verbindet und so auch nach langer Kochzeit noch enthalten ist. Ein unnötiges Risiko für trockene Alkoholiker!

Unermüdlich und mit Herzblut widmet sich Thom der Beratung und Begleitung von Betroffenen und Angehörigen. Er ist für Fragen und individuelle Hilfestellung über seine Webseite und sein Facebook-Profil für jeden Hilfesuchenden erreichbar.

Liebe Angehörige, sucht euch Unterstützung!

Einer Sucht stehen besonders die Angehörigen oft hilflos gegenüber. So kamen auch aus dem Publikum konkrete Fragen eines Elternpaars, die voller Sorge der Sucht ihres Sohnes gegenüberstehen. So frustrierend und beängstigend die Situation für Angehörige ist, es ist immens wichtig, den Fokus auch wieder auf die eigene seelische Gesundheit zu legen. Eine Selbsthilfegruppe wie der Kreuzbund gibt das Gefühl, nicht alleine zu sein und von Betroffenen und anderen Angehörigen mehr über die Krankheit und den Umgang mit Betroffenen zu lernen.

Ein voller Saal und ein toller Abend!

Über 50 interessierte Zuhörer kamen unserer Einladung ins Pfarrheim Roxel nach und erlebten einen lebendigen und informativen Abend mit einem genauso begeisterten Autoren.

Mehr zum Autor:

Burkhard Thom, Jahrgang 1950, beendete seine berufliche Tätigkeit als Einkaufsleiter eines Versandhandelsunternehmens, in 2015. Zusammen mit seiner Frau meisterte er vor 25 Jahren einen „kalten Entzug“ und beobachtet seit diesem Zeitpunkt sein Umfeld und die Gefahren durch den Alkohol.

Die Bücher:

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Nachruf Willi Habrock

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geboren 30.7.1946
gestorben 2.4.2019

Und wieder mussten wir uns von einem langjährigen Weggefährten verabschieden. Was Willi in 38 Jahren Kreuzbundmitgliedschaft alles erlebt hat? Er kann es nicht mehr erzählen. Doch im Gedächtnis bleibt, dass er sich stets für ein abstinentes Leben eingesetzt hat.

Ganze 20 Jahre war er Gruppenleiter der Kreuzbundgruppe St. Ida in Gremmendorf. Obwohl diese Gruppe im Laufe der Jahre unter starkem Mitgliederschwund litt, hielt Willi – gemeinsam mit seiner Frau Melanie –  die Gruppe als Anlaufstelle für Betroffene und AngehörigeWoche für Woche offen.

Dafür und für seinen unermüdlichen und zuverlässigen Einsatz im Stadtverband Münster danken wir ihm von Herzen.

Und dann bleibt dein Platz plötzlich leer…

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Und dann bleibt dein Platz plötzlich leer...

Höhen und Tiefen liegen im Gruppenleben eng beieinander. Wer über Jahre oder gar Jahrzehnte jede Woche zusammensitzt und sein (Gefühls-)Leben und Denken teilt, knüpft Bande, die mit Worten schwer zu beschreiben sind.

Wenn ein langjähriges Gruppenmitglied eines Tages nicht mehr kommen kann, weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt oder das Alter seinen Tribut fordert, bleibt eine Lücke im Herzen der Gruppe. 

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Erich, seit über 29 Jahren trocken und Gruppenmitglied

Abschied und Gedenken an unseren Erich

Du warst durch und durch ein westfälisches Unikat und hast unsere Roxeler Gruppe geprägt, wie kein anderer. Und das meist völlig ohne Worte. Saßt wie ein Fels auf deinem Stuhl an der Heizung. Eine feste Sitzordnung gibt es in unserer Gruppe nicht. Jedenfalls solange sich keiner DEINEN Stuhl ausguckt. Dein Platz war jeden Montagabend bei uns. Seit unglaublichen 29 Jahren! Als Gruppenältester hast du viele Gesichter kommen und gehen sehen. Wer immer da war, warst du.

Ob im Pfarrheim oder im Botanischen Garten, große Worte waren nicht dein Ding. Wie oft beendeten wir die Gruppenstunde dennoch mit deinem Schlusswort. Die Antwort auf „Erich, hast du noch was?“ war stets dein trockenes und charmant-westfälisches „Neej.“, das die Gruppe mit einem herzlichen Lachen auseinandergehen ließ. Auch was „Cheorchinen“ (westf. für Dahlien) sind, wissen die meisten von uns nur dank dir. Mit Betonung auf dem westfälischen „chöttlichen G‘“ wohlgemerkt! So viel Zeit muss sein.

Die Grillabende in deinem wahrlich paradiesischen Garten, waren jedes Jahr wieder ein Highlight für uns. Für dich eine Selbstverständlichkeit. Danke dafür! Auch an deine wundervolle Familie.

Und dann bleibt dein Stuhl irgendwann doch leer. Und zwar nicht, weil du dich mit über 80 (!) beim Kohlenschippen verhoben hast (O-Ton: „Och dat war doch nur ´ne Tonne, in 2 Tagen häw ick datt im Keller.“). Sondern weil sich in deinem Körper etwas ausbreitet, gegen das sogar dein starker Wille nicht ankommen wird. Tapfer lässt du die Chemos und Bestrahlungen über dich ergehen. Kommst zwischen den Einheiten sogar noch zur Gruppenstunde und beeindruckst uns alle mit deiner ruhigen Selbstverständlichkeit. 

Doch der Krebs setzt dir weiter zu und dein Stuhl bleibt immer länger unbesetzt. Du liegst nun dauerhaft im Krankenhaus. Auf ein Wiedersehen in unserem Gruppenraum ist nicht mehr zu hoffen. Eine Ära geht zu Ende. 

Wir nennen uns jedoch nicht ohne Grund „WEGGEFÄHRTEN“. Wir begleiten einander durch Höhen und Tiefen. Durch abstinente und nasse Zeiten. Geben einander Halt und Verbundenheit. Auch bis zum Schluss. Also: Kann Erich nicht mehr zur Gruppe kommen – kommt die Gruppe halt zu ihm. Ins Krankenhaus. Montag für Montag findet sich eine kleine Gruppe der „Altgedienten“, die die Gruppenstunde kurzerhand an Erichs Krankenbett verlagert. Eine wundervolle Geste, die nicht nur mich sehr berührt hat. DAS ist Selbsthilfegruppe. DAS ist Kreuzbund. 

Auch beim Wechsel ins Hospiz bleiben wir an deiner Seite. Erleben dein Lachen und die Freude darüber, dass das Vogelhaus auf deinem Balkon die meisten Vögel anzieht, genauso wie die stillen Momente. Zusehends verlässt dich die Kraft. Unsere Gedanken verlassen dich nicht. 

Aus deiner Trockenheit hast du nie ein großes Ding gemacht. Eine klare Selbstverständlichkeit für dich. Sogar im Hospiz – wo dir keiner „ein Gläschen“ verwehrt hätte – schlägst du das Angebot eines Bieres zum Mittagessen aus. Schmunzelst noch als du in deiner Gruppenstunde davon berichtest.

Du hast dir deinen Geburtstag ausgesucht, um im Kreise deiner engsten Angehörigen loszulassen. Am 10. März 2019 hast du deine Augen zum letzten Mal geschlossen.

Wir danken dir von Herzen, dass wir Teil deines Lebens sein durften. Danke, dass du uns bis zum Schluss lebender Beweis für zufriedene Abstinenz warst. Dass du gezeigt hast, JA es ist möglich, über Jahrzehnte unserer unheilbaren Erkrankung die Stirn zu bieten. Du gibst auch über deinen Tod hinaus Hoffnung und Zuversicht auf ein suchtfreies Leben bis zum Schluss. Danke dafür. 

Du hast dein "nie wieder" wahr gemacht!

In liebevollem Gedenken, deine Weggefährten.

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Wir danken auch dem Hospiz Lebenshaus in Münster-Handorf. Dafür, dass Erich dort in Ruhe und respektvoll seine letzten Wochen verbringen durfte. Tolle Mitarbeiter, die mit ganzem Herzen für ihre Bewohner da sind und ihnen ihre verbliebene Zeit liebevoll und herzlich gestalten. 

Wir bitten daher um Spenden und Unterstüzung für die oft ehrenamtliche Arbeit des Hauses!

Frohe Weihnachten!

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Frohe Weihnachten, liebe Weggefährtinnen und Weggefährten!

Zum Ende eines jeden Jahres ist es Zeit für einen Jahresrückblick, die Medien sind voll davon. Für uns hat das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) getan. Dort wurde soeben die Auswertung der Umfrage unter den fünf wichtigsten Verbänden der Suchtselbsthilfe veröffentlicht.
 
Die gesamte Auswertung ist hier zu finden: Link zur Studie
 
Hier die wichtigsten Daten:
„In 2017 wurden durch die Gruppen der fünf Sucht- und Selbsthilfeverbände fast 70.000 Personen erreicht, das sind etwa 2.000 weniger als noch vor sieben Jahren.“
 
In unserem Stadtverband ist diese Entwicklung nicht zu beobachten, im Jahr 2010 hatten wir 62 Kreuzbundmitglieder und die haben wir auch im Jahr 2018. Zum Durchschnittsalter macht die Studie keine detaillierten Angaben, es ist ihr nur zu entnehmen, dass die größte Gruppe die 41- bis 60jährigen darstellen, sie machen 47 % der Mitglieder aus. Das Durchschnittsalter in den einzelnen Gruppen in Münster bewegt sich zwischen 56 und 65 Jahren, insgesamt liegt es
bei 61,5 Lebensjahren.
 
Besonders bemerkenswert ist aber die folgende Aussage: „Gemessen an der Anzahl der suchtkranken Gruppenmitglieder sind im Befragungszeitraum 2017 lediglich 13% rückfällig geworden. Und noch ermutigender ist, dass 77 % der rückfällig gewordenen Personen wieder zu einem stabilen abstinenten Leben zurückfinden konnten.“
 
Das sind doch Zahlen, die uns zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind! Erreicht werden solche Werte nur, oder zumindest leichter, durch den regelmäßigen Besuch einer Selbsthilfegruppe, durch die immer wiederkehrende Beschäftigung mit dem Thema Alkoholabhängigkeit. Und irgendwann stellt sich dann das Gefühl der „zufriedenen Trockenheit“ ein, dann kommt wieder die Lebensfreude auf, die uns in unserer nassen Zeit so sehr abhandengekommen war. Dann merken wir, dass abstinentes Leben nicht Verzicht bedeutet, sondern Gewinn, ein Gewinn an Lebensfreude. 

Deshalb wünsche ich allen Weggefährtinnen und Weggefährten zusammen mit ihren Angehörigen ein Weihnachtsfest in zufriedener Trockenheit und voller Lebensfreude!

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Dieter Babetzky, Stadtverbandsvorsitzender

P.S.: die nächste Gelegenheit, mal in unsere Gruppenarbeit zu schnuppern, ist am 27.12. in Roxel. Komm doch einfach vorbei! Oder besuche unsere Gruppenstunde im Neuen Jahr.